Dienstag, 14. Juli 2009

SIX FEET UNDER STAFFEL 1-5 (2001- 2005)

Brenda: The future is just a fucking concept that we use to avoid living today.



Dies ist eine komplette Serienbewertungen.


Das 2. Mal habe ich nun Six feet under durchgeguckt und muss sagen, dass sie mir beim 2. Mal 100 mal besser gefallen hat. Scheinbar konnte ich mich beim 1. Mal noch nicht ganz auf die Untergründigkeit dieser Serie einlassen. Denn alles Spiel sich ganz tief verborgen hab. So genial, dass man sich selbst wundert, wie ausgefeilt und toll die Charaktere dargestellt werden. Die einzelnen Charaktere, von denen jeder auf seine eigene Art Besonders ist, entwickeln sich, sie lernen aus ihren Fehlern, werden Erwachsen oder reifen. Einigen gelingt das ganz einfach, andere kämpfen mit den Schwierigkeiten, die das Leben nun mal mit sich bringt.
Die Idee eine Serie über eine Familie eines Bestattungsunternehmens zu erzählen ist neu, frisch und bietet allerhand toller Geschichten.
Jede Folge beginnt mit einem individuellen Tod. Die Vergänglichkeit des Lebens wird uns immer wieder deutlich vor Augen geführt und so können wir uns voll und ganz auf die Thematiken des verkrampften, verzweifelten Lebens der Figuren einlassen.

Man kann mit dem grandiosen, sarkastisch-ironisch-schwarzen Humor lachen, man trauert mit den Figuren um Freunde oder um Verlorenes.

Eine der interessantesten Figuren ist Ruth Fisher (Frances Conroy):



Ruth ist die Mutter. Und genau das ist ihr Problem. Sie kann nichts anderes sein als das ewige Muttertier. Nun sind ihre Kinder allerdings erwachsen, ihr Mann ist tot und sie steht vor dem Nichts. Sie weiß nichts mit sich an zu fangen, bereut vor langer Zeit gemachte Entscheidungen und stürzt sich in Liebschaften um nicht allein zu sein.
Ruth Figur ist ungewollt witzig, da sie so unbeholfen daher kommt. allerdings war ich auch oft traurig mit Ruth und ihrer inneren Leere.


Claire Fisher (Lauren Ambrose) macht eine große Entwicklung in der Serie durch:

Vom unverstandenen, depressiven, jungen Mädchen, dass nie so recht damit klar kam in einem Bestattungsunternehmen groß zu weren, wird sie zur Künstlerin, die für Drogen, Sex und Kunst lebt.Sie lernt sich in ihrer Kunst auszudrücken. Während der Staffeln kann sie sich immer mehr auf ihre Familie einlassen und lernt sogar mit ihrer Mutter mit zu fühlen, die sie vorher nie ernst genommen hat. Die rebellische Claire, die sich immer wieder gegen Bush und den Irakkrieg ausspricht, muss nachdem sie ihr Studium abbricht in einem konservativen Büro arbeiten und sich am Ende entscheiden: Auf der Stelle treten oder anfangen zu leben?

Claire Fisher: I know stealing a foot is weird. But, hello, living in a house where a foot is available to be stolen is weird.

Auch andere Charaktere machen tolle Wandlungen durch. Besonders interessant ist hierbei auch die Figur von Brenda Chenowith. David Fisher wird vom verschämten, verkrampften, ungeouteten Schwulen zu einem stolzen Familienvater, der zu seiner Sexualität stehen kann.
Die Figur, die ich persönlich am uninteressantesten finde ist Nate Fisher. Und dennoch gibt es einige spannende Geschichte, die mit ihm zu tun haben.
Tolle Nebencharaktere kommen und gehen (so wie im realen Leben halt) und tote Figuren begleiten uns in der Serie weiter. Als Halluzinationen einzelner Figuren erzählen sie ihnen ihre Ängste und ihre Befürchtungen. So erscheint z.B. der tote Nate immer wieder vor Brenda um ihr zu sagen ihr Kind wäre behindert.
Besonders David hat immer wieder Wahnvorstellungen auf Grund seiner Angst offen Schwul zu sein und ähnliches. Die "Geister" spiegeln das Seelenleben der Figuren wieder. Und es gibt der Serie ein ganz neues, nie gesehenes Etwas.

Das Ende der Serie (also die letzten 10 Minuten der 5. Staffel) ist das Beste, zufriedenstellenste und emotinalste Ende aller Serien!!! Ich habe noch nie ein sooo tolles Ende gesehen, das zur Serie passt, sie abrundet,zum mitheulen, mitfühlen und mitfreuen ist! Die Aussagekraft ist ebenfalls einmalig genau wie die Musik!

Meiner Meinung nach einer der Besten Serie, die das Fernsehn zu bieten hat. Hohes Bildungsfernsehn mit Spaßfaktor, das zum Nachdenken anregt und auch aktuelle Themen (wie damals z.B. Bush (der Gott sei Dank nicht mehr ganz so aktuell ist!!) aufgreift und behandelt!

Everything.
Everyone.
Everywhere.
Ends.




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10 von 10 Serien-Sternchen

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